Kleine Räume kommen ganz groß raus

Kleine Räume kommen ganz groß raus

Platz ist in der kleinsten Hütte, sagt ein Sprichwort so treffend. Und das stimmt auch, wenn kleine Räume optimal aufgeteilt und eingerichtet werden. Zuwenig Platz, zu eng, zu klein, das gibt es nicht, denn die Trickkiste der Inneneinrichtung hat jede Menge Ideen zu bieten. Wie Sie viel Platz auf wenig Raum gewinnen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Problemfaktoren in kleinen Räumen direkt ausschalten

Oftmals überschätzen wir das Platzangebot. Wir stehen vielleicht im leeren Raum, der renoviert und eingerichtet werden will und denken: „Ja, da kann das und das und das rein“. Richtig wir denken, wir können kleine Räume mit allem füllen, was uns so in der Vorstellung hineinpasst. Dem ist aber nicht so, denn schnell wird aus dem vielleicht noch groß wirkenden leeren Raum ein überfüllter kleiner und beengter Raum. Weniger ist mehr und das sollten Sie sich schon bei der Planung zu Herzen nehmen. Bedenken Sie, dass zwischen all den Möbelstücken und Dekorationselementen noch Platz sein muss, um sich frei und ungezwungen zu bewegen. Wenn Sie immer erst einen Stuhl beiseiteschieben müssen, um einen Durchganz zu schaffen, dann ist was falsch gelaufen bei der Planung.

Den Maximalnutzen aus dem Raumgrundriss herausholen

Am Grundriss kleiner Räume können Sie ohne aufwendige Umbauarbeiten in der Regel nichts verändern. Umbauen wollen Sie aber nicht, sondern geschickt einrichten. Mit wenig Aufwand und verschiedenen Maßnahmen lassen sich auch kleine Räume so gestalten, dass sie ausreichend Platz für den Wohnzweck bieten. Offene Bereiche, die durch transparente Trennelemente abgeteilt werden, haben gleich zwei bedeutende Vorteile: Einerseits erwecken sie den Eindruck, dass zwei verschiedene Räume vorhanden sind, andererseits wirkt der Raum insgesamt heller und großzügiger. Als Raumteiler kommen beispielsweise leichte durchsichtige Schiebevorhänge oder auch halbhohe Trennwände in Frage.

Mehrere Ebenen in einem Raum sind ebenfalls eine Möglichkeit, kleine Räume optisch zu vergrößern. Dazu eignen sich selbst gebaute Podeste sehr gut, z.B. im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. So können Sie Sitzlandschaft oder Bett um ein bis zwei Stufen erhöhen. Zusätzlich eingebaute Schubkästen sorgen für Stauraum.

Dachschrägen, tote Winkel und Ecken werden in kleinen Räumen optimal ausgefüllt. In einem Dachbad eignet sich hierzu die Einpassung der Badewanne direkt unter der Dachschräge, wobei die Ecknische mit einbezogen wird. Tote Winkel im Raum werden mit Leben gefüllt, in dem sie eine zweckmäßige Möblierung erhalten. Das kann z.B. eine Leseecke sein. Fest installierte Regale, die direkt in der Nische enden, ein größeres Gemälde und eine mobile Kommode mit Rollfüßen schaffen sofort einen Blickpunkt und die Nische wird als funktionales Einrichtungselement wahrgenommen.

Auf Maß gefertigte Möbel holen das Optimum aus dem Raum heraus, denn sie passen sich hervorragend in jede Ecke oder unter Dachschrägen und unter Treppen an. Oftmals können Standardmaße diese Aufgabe nicht erfüllen, irgendein Luftloch bleibt immer. Zwar kosten Maßmöbel etwas mehr, dafür haben Sie aber sehr Lange Freude daran und genießen den hohen funktionalen Nutzen.

Helle Farben weiten den Raum optisch

Kleine Räume und dunkle Farben das verträgt sich nicht. Die Farbgestaltung im kleinen Raum ist daher ein wichtiger Faktor, wenn Sie mehr Weite und Größe schaffen wollen. Weiß ist hier der ultimative Klassiker bei Wandfarben, Putzen oder auch Tapeten, aber ganz auf Farbe müssen Sie natürlich nicht verzichten. Wählen Sie helle Abstufungen von Grün, Gelb oder Rot und Mischfarben, auch hellbraune und hellgraue Farbtöne sowie Naturfarben an der Wand weiten den Raum. Die Decke sollte immer hell gehalten sein, um ein stauchendes Gefühl zu vermeiden. Beim Bodenbelag wirken helle Holzsorten als Parkett oder Laminat sowie PVC-Fußböden, Fliesen und Teppichboden in abgestimmten Farbtönen harmonisierend. Kräftigere Farben können sich in Möbelstücken und Wohnaccessoires zeigen. Somit setzen Sie wirkungsvolle Kontraste und lockern kleine Räume auf.

Was bei Mustern zu beachten ist

Es soll die Mustertapete sein? Dagegen spricht nichts, wenn Sie sich an die Grundregeln der Inneneinrichtung halten. Die besagen: Großformatige Muster an kleinen Wänden oder als Teppichmuster kommen in einem kleinen Raum nicht zur Wirkung, sie führen dazu, dass sich die Wände praktisch aufeinander zu bewegen und kleine Räume somit noch kleiner machen. Wählen Sie filigrane kleine Muster und achten Sie auch auf die Musterrichtung. Quer verlaufende Muster auf der Tapete, auf dem Fußboden, dem Teppich oder in der Holzmaserung des Parketts stauchen ebenfalls, greifen Sie daher auf längs gerichtete Muster zurück. Bei Bodenbelägen mit Muster und Maserung sowie Teppichmustern sollten Sie darauf achten, dass sich das Muster an der längsten Raumseite ausrichtet.

Optische Täuschung: Mit Spiegeln Räume vergrößern

Spieglein, Spieglein an der Wand – Schon der Bayernkönig Ludwig wusste, wie man Räume pompös in Szene setzt und hat mit dem Spiegelsaal in Neuschwanstein ein überdimensionales Raumerlebnis geschaffen. Ein Raum mit Spiegel wirkt automatisch größer und geräumiger. Besonders gut eignen sich hier Standspiegel, großformatige Wandspiegel oder aber Spiegelfliesen, die nebeneinander und untereinander angebracht werden. Wenn Sie Standspiegel an Fensterplätze stellen, erhalten Sie noch mehr Licht im Raum – Ein verblüffender Effekt.

Es werde Licht für kleine Räume

Kleine Räume erscheinen oft zu dunkel, auch wenn sie in helleren Farben gehalten sind. Das liegt aber am fehlenden Licht oder eine fehlerhaften Beleuchtung. Experten raten in kleinen Räumen auf mindestens drei, besser noch fünf, unterschiedliche Lichtquellen zu setzen. Dazu gehören Grundbeleuchtung, Platzbeleuchtung, Akzentbeleuchtung. Die Grundbeleuchtung ist die Lampe, die sich meist ausschließlich an der Decke im Raum befindet. Die Platzbeleuchtung wird gezielt dort eingesetzt, wo die Augen stärker gefordert sind, also beim Lesen oder der PC-Arbeit. Akzentbeleuchtung eignet sich für Bilder und Regale oder auch in Eckbereichen.

Hochstapeln, Schieben, Geschlossen und ordentlich halten

Kleine Räume mit beengten Platzverhältnissen brauchen Möbellösungen, die nicht zusätzlich Platz wegnehmen oder aber Platz einnehmen, der ansonsten ungenutzt bleibt. Daher: Stapeln Sie hoch oder in die Höhe. Metall- und Teleskopregale sind eine hervorragende Idee. Mit einem Teleskopregal, das an der Decke befestigt wird, können Sie auch einen Raum wirkungsvoll und funktional teilen.

Schrank- und Kommodentüren zum Drehen beanspruchen Platz und das macht kleine Räume noch winziger. Setzen Sie auf Möbelstücke mit Schiebetüren oder Schwebetüren, die sich zur Seite öffnen lassen und somit einen idealen Raumgewinn bieten. Sie können auch für Regalwände Schiebetüren mit wenig Aufwand und ein wenig Geschick selbst anfertigen.

Rollos und Vorhänge eignen sich, um offene Regale und Ablagen intelligent zu verschließen. Grundsätzlich sind Möbelstücke mit Türen zu bevorzugen, denn so bleibt eine etwaige Unordnung außer Sichtweite, was auch kleine Räume direkt aufgeräumter und klarer erscheinen lässt. Aufräumen ist ohnehin ein Stichwort, das in kleinen Räumen beherzigt werden sollte. Denn schon wenige Dinge, die auf dem Boden liegen oder ein Tisch mit Papierbergen schmälern den Raum optisch und tragen auch nicht gerade zum Wohlfühlen bei.

Extratipp: Auch im Flur können Schiebetüren einen deutlichen Platzgewinn bringen. In der Anschaffung zwar etwas teurer, aber dafür ein Blickfang mit doppeltem Gewinn: Schiebetüren aus Glas, die anstelle der alten Holztüren aufgehangen werden. Durch das Glas kommt Licht in die Räume und den Flur, die Türen lassen sich bequem zur Seite schieben und nehmen weder im jeweiligen Raum noch im Flurbereich zusätzlich Platz weg.

Multifunktionale Möbel in kleinen Räumen nutzen

Kleine Räume und Möbel – Hier werden die meisten Fehler gemacht, denn oft soll mehr rein, als der Raum vertragen kann. Möbel nehmen jede Menge Platz ein und deshalb macht es Sinn, multifunktionale Möbelstücke für kleine Räume auszuwählen, die mehr als einen Nutzungszweck erfüllen, also praktisch mehrere Möbelstücke in einem sind. Das können intelligente Couchtische sein, die über Rollen und geschlossene Ablagen verfügen, die Bettcouch, Tisch-Sets mit Stühlen, die bei Nichtgebrauch platzsparend unter dem Tisch verschwinden, Baukastensysteme bei Schränken und Regalen, die auch immer wieder anders zu platzieren sind, wenn Abwechslung gewünscht ist, Schreibtisch-Schrankkombinationen, Hochbetten. Der Markt bietet eine große Auswahl an multifunktionalen Möbeln, die kleine Räume nicht einnehmen, sondern sie bedarfsgerecht ausfüllen.

Möbel auslagern – Alternativen schaffen Platz

Wenn kleine Räume beim besten Willen zu wenig Platz für die benötigten Möbelstücke eröffnen, dann heißt es Auslagern. Wenn das Schlafzimmer nur ein Bett aufnehmen kann, dann sollte der Kleiderschrank mit einer Systemschrankwand ausgelagert werden. Meist bietet sich der ohnehin wenig genutzte Flur- oder Dielenbereich dazu hervorragend an. Die Systemschrankwand setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, darunter Ablageflächen, Kleiderstangen, Schubladenelemente, Schiebetüren. Heimwerker können sich ihre ganz individuelle Schrankwand für den Flur selbst bauen. Auch ein kleines Home Office lässt sich im Flur- oder Dielenbereich verwirklichen. Oftmals finden sich Ecken in Treppenhaus oder Galerie, die regelrecht leer erscheinen und mit einem kleinen Arbeitsplatz sehr gut gefüllt werden können.

Noch mehr Tipps für kleine Räume

Sie lieben Tipps und Tricks, die Sie mal eben schnell so lesen können und schon kommt die gute Idee? Bitte sehr, hier haben wir einige weitere Tipps für kleine Räume zusammengestellt, mit denen Sie für mehr Platz und optische Weite sorgen.

Lassen Sie Möbel optisch schweben!

Möbelstücke für kleine Räume wie Schränke, Sessel, Tische, Regale, Kommoden sollten auf Füßen stehen. Das verleiht einen leicht schwebenden Eindruck, da sie nicht direkt mit dem Boden Kontakt haben. Aluminium- oder Metallfüße verstärken diesen Eindruck zusätzlich.

Glas – Transparenter Platzgewinn

Glastüren, Glasablagen, Glasregale, Glasvitrinen – Das klare durchsichtige Glas ist platzneutral, denn es fällt optisch so gut wie gar nicht ins Gewicht. Es ist, als würden Sie hindurchsehen und von diesem phänomenalen Effekt profitieren kleine Räume wunderbar.

Farbliche Harmonie in Wohnaccessoires

Polsterbezug, Vorhänge, Kissen, Teppiche, die Ton in Ton gehalten sind, sorgen für eine vereinte Harmonie, die den Augen auch einen roten Faden bietet.

Auf Unifarben setzen

Auch wenn es sich im ersten Moment seltsam anhört, aber ein gleicher Farbton für Heimtextilien sorgt für optische Ordnung. So macht es einen deutlichen Unterschied, ob Sie im Badezimmer auf dem Regal nur Handtücher in einer hellen Farbe stapeln oder ob sich ein bunter Mix präsentiert. Probieren Sie es doch selbst einmal aus.

Großformatige Fliesen auch für kleine Räume

Im Minibad dürfen es auch großformatige Fliesen sein, denn das große Format erzielt eine große Wirkung und der Fugenanteil ist wesentlich geringer, was optisch weitet.

Küchentresen statt Esstisch

In kleinen Wohnungen fehlt der Platz für ein separates Esszimmer und auch die Küche bietet nur wenig Raum für einen Esstisch und Stühle? Ein Tresen kann die Lösung sein. Er lässt sich mit einer passenden Arbeitsplatte und Standfüßen schnell und kostengünstig realisieren.