Teppiche aus Schafwolle – Infos und besondere Wollqualitäten

Teppiche aus Schafwolle – Infos und besondere Wollqualitäten

Schafwolle gilt als wärmeisolierend, aus ihr werden daher seit jeher wärmende Textilien sowie Teppiche gefertigt. Insbesondere hochwertige Orientteppiche sind aus Schaf-Schurwolle hergestellt und das hat auch den traditionellen Grund, dass sie in ihren Ursprungsländern als wärmespendendes Element Einsatz finden.

Doch Schafwolle ist nicht gleich Schafwolle, hier finden sich Unterschiede mit entsprechenden Wollqualitäten. Über die Echtheit und somit auch die Qualität des Wollteppichs gibt das Wollsiegel Aufschluss.

Wissenswertes über Schafwolle

Für Teppiche kommt die geschorene Wolle von Merionoschafen, Cheviotoschafen oder Crossbreadschafen in Frage. Qualität und Optik der Schafwolle sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören Rasse, Alter der Tiere und die Klimazonen, in denen die Schafe heimisch sind. Zeitpunkt und Häufigkeit der Schur bilden weitere Kriterien für die Beurteilung von Wolle. Hier wird untergliedert in Einschurwolle, Zweischurwolle, Jährlingswolle, Lammwolle und Schlachtwolle.

Werden die Schafe nur einmal im Jahr geschoren, dann handelt es sich um Einschurwolle, erfolgt die Schur zweimal im Jahr spricht man von Zweischurwolle. Die erste oder zweite Wollschur von einjährigen Schafen wird als Jährlingswolle bezeichnet. Zu den hochwertigen und besonders weichen Schurwoll-Arten zählt die Lammwolle, die nach sechs Monaten erstmals geschoren wird. Sie ist in der Teppichwelt als Kurkwolle bekannt. Schlachtwolle, oder auch Hautwolle, die von toten Tieren stammt, darf für Teppiche, die das Wollsiegel erhalten möchten, nicht verwendet werden. Schurwolle von jungen Schafen weist einen besonders zarten Flaum auf, während die Wolle von älteren Schafen mehr Festigkeit und Widerstandskraft zeigt.

Nach der Schur muss die Wolle schonend gereinigt werden. Dabei wird auch Fett herausgewaschen, allerdings darf weder zu viel noch zu wenig Fett entzogen werden, denn der Fettgehalt ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Orientteppichen, das auch in Sammlerkreisen streng beäugt wird. Die gereinigte, trockene Wolle wird anschließend gelockert und gekämmt, danach erfolgt das Verspinnen zu Wollfäden, entweder mit Maschinen oder in Handarbeit.

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Hochwertige Wollqualitäten für Teppiche

Hier möchten wir Ihnen drei verschiedene hochwertige Wollqualitäten vorstellen, die für die Orientteppich-Herstellung von Bedeutung sind.

Bikaner Wolle

Bikaner Wolle stammt aus der gleichnamigen Stadt im indischen Rajasthan und wird dort sowohl zur Teppichherstellung verwendet als auch für den weltweiten Export. Sie zeichnet sich durch eine starke Widerstandsfähigkeit aus und ist für moderne Teppiche sehr gefragt.

Korkwolle/Kurkwolle

Zu den hochwertigen und besonders weichen Wollqualitäten gehört die Korkwolle von Lämmern. Der zarte wollige Flaum der Jungtiere bietet die beste Grundlage für feinfädige Garne mit samtigem Flor. Die Namensherkunft für Kork-/Kurkwolle ist nicht eindeutig belegt, vielmehr finden sich zwei Erklärungen. Zum einen bedeutet das persische Wort Kurk so viel wie Flaum in der deutschen Sprache, zum anderen wird ein Bezug zur irischen Hafenstadt Cork hergestellt, von der einst feinfädige Schafwolle in die orientalischen Länder exportiert wurde.

Neuseelandwolle

Wie der Name schon vermuten lässt, wird diese Wolle von neuseeländischen Schafen gewonnen. Die langfaserige Neuseelandwolle besticht durch ihren Glanz, sie ist sehr weich und leicht. Länder, in denen die Neuseelandwolle zur Teppichherstellung bevorzugt verwendet wird, sind Nepal, Indien und Pakistan.

Tibetische Hochlandwolle

Sie wird auch nur als Hochlandwolle oder Tibetische bzw. Tibetanische Wolle bezeichnet. Schafe, die in der Gebirgswelt des Himalaya zuhause sind, liefern diese hochwertige Wolle, die sich in Haptik und Optik deutlich von anderen Wollqualitäten unterscheidet. Hochlandwolle zeigt sich robust, fetthaltig, mit langen Fäden und einer leicht gekräuselten Struktur. Sie gilt als einer der stärksten Wollsorten und wird gerne zusammen mit feineren Wollqualitäten oder auch Seide gemischt, um den Glanz zu erhöhen.