Teppiche selbst reinigen oder reinigen lassen?

Teppiche selbst reinigen oder reinigen lassen?

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Wer seinen Teppich richtig pflegt und regelmäßig reinigt, der hat einfach länger Freude daran. Doch auch in unserem aufgeklärten und mit Informationen übersäten Zeitalter, taucht immer wieder die Frage auf: Kann ich meine Teppiche selbst reinigen oder muss ich sie in die professionelle Teppichreinigung geben?

Um etwas Klarheit in die ganze Sache zu bringen, haben wir diesen Beitrag, diesmal speziell für die losen Einzelteppiche, die sich in der Wohnung auch oft mit mehreren Exemplaren finden, erstellt. So schwer ist es gar nicht, wenn man sich ein wenig Zeit und Muße nimmt.

Regelmäßige trockene Reinigung durch Staubsaugen etc.

Die Trockenreinigung mit Staubsauger, Teppichklopfer oder durch Ausschütteln ist nahezu bei allen Teppichen selbst möglich. Zu beachten ist allerdings, dass entsprechend Material und Florhöhe die richtige Staubsaugerdüse verwendet werden sollte, um Beschädigungen an den Fasern zu vermeiden und effektiv Teppiche selbst reinigen zu können. Beim Ausklopfen, Ausschütteln oder Auslüften ist darauf zu achten, dass der Teppich keiner Feuchtigkeit ausgesetzt ist. In den nebligen Morgenstunden sollten Sie darauf verzichten, bei Regen erledigen Sie diese Reinigungsmaßnahmen am besten in einem überdachten Bereich im Freien. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, da die Farben ausbleichen können und empfindliche Strukturen austrocknen.

Feucht- oder Nassreinigung, Fleckbehandlung: Unterschiede beachten

Ob Sie Ihre Teppiche selbst reinigen können, ist vor allen Dingen bei der Feucht- oder Nassreinigung und für die Fleckentfernung anhand der vorhandenen Informationen auf dem Teppichetikett zu entscheiden. Teppiche lassen sich bezüglich der Feucht- oder Nassreinigung grob in diese Kategorie unterteilen:

• Maschinenwaschbare Teppiche (Feinwäsche, Pflegeleicht bis 40 Grad, Wolle)
• Handwäsche in neutraler lauwarmer Seifenlauge
• Chemische Reinigung mittels nichtwässriger Lösungsmittel
• Professionelle Teppichwäsche

In der Regel sollte jeder Teppich über ein Etikett mit den erforderlichen Pflegeangaben verfügen. Es kann auch sein, dass es ein extra Infoblatt zum Teppich gibt, das aber in manchem Haushalt gerne mal im Nirwana verschwindet, wie das mit losen Zetteln eben so ist. Sollten Sie keinerlei Anhaltspunkte zur Reinigung für die betreffenden Teppiche mehr haben oder finden, wenden Sie sich zur Sicherheit an eine Teppichreinigung oder eine Teppichwäscherei, um abzuklären, ob Sie diese Teppiche selbst reinigen können.

Hand- und maschinenwaschbare Teppiche sind leicht zu händeln. Wichtig ist dabei, dass Sie keine Bleichmittel oder aggressive Reinigungsprodukte bzw. Fleckentferner wählen, um Teppichfasern und Teppichfarben zu schützen. Machen Sie grundsätzlich vor jeder Behandlung einen Farbechtheitstest an einer unauffälligen Stelle. Größere Teppiche sowie Langflor- und Hochflorteppiche können in der Badewanne oder unter der Dusche, ggf. auch in einem großen Waschbottich gereinigt werden. Sowohl verschiedene synthetische Materialien als auch Wolle und Baumwolle sind Teppichmaterialien, deren Reinigung vielfach zuhause unter Beachtung der Hinweise durchgeführt werden kann.

Trocknen Sie Ihre von Hand oder in der Maschine gewaschenen Teppiche nicht im Trockner, sondern an der frischen Luft oder in der Wohnung, allerdings nicht auf oder direkt an der Heizung. Legen Sie den Teppich dazu über eine Wäschespinne, damit die Luft gut zirkulieren kann. Wie auch beim Ausklopfen oder Auslüften gilt beim Trocknen im Freien: Nicht in der prallen Sonne und nicht bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit.

Bei Seide, Leder, Echtfell, Sisal, Kokos und ähnlichen Naturfasern kommt fast ausschließlich die professionelle Teppichreinigung in Betracht, da diese Materialien sensibel und teilweise auch wasserempfindlich sind und daher nur chemisch oder mit speziellen Verfahren gereinigt werden können.

Die porentiefe und hygienische Tiefenreinigung von Teppichen jeder Art ist ebenso den Profis zu überlassen, denn diese besitzen die erforderlichen Maschinen und das Know How. Wer seine Teppiche liebt, der investiert gerne einmal im Jahr die Summe für die professionelle Reinigung im Fachbetrieb.

Einige Worte zur Teppichreinigung mit Pulver/Schaum

Teppiche selbst reinigen mit Teppichpulver oder Teppichschaum ist für viele Verbraucher die praktische und schnelle Lösung zur Auffrischung. Hierbei gilt aber: Reinigen Sie mit diesen Produkten nur Teppiche, die auch in der Maschine oder von Hand gereinigt werden können und machen Sie den Farbechtheitstest. Der Markt bietet für die Einarbeitung von Teppichpulver spezielle Geräte, die sich aber für kleinere lose Teppiche als eher unhandlich erweisen. Ansonsten tun es Bürste und ein sanfter Schrubber. Das gilt auch für das Einarbeiten von Teppichschaum. Nach der Einwirkzeit werden die Teppiche noch einmal gründlich abgesaugt.

Auch wenn die Lösung praktisch ist, so ist gerade bei Pulver doch etwas Achtsamkeit geboten. In der Werbung sieht das so einfach aus, aber die Praxis stellt hier vor Hürden. Das weiße Pulver scheint harmlos, was genau drin ist, weiß der Verbraucher nicht. Meist sind es chemische Reinigungssubstanzen, die einen empfindlichen Teppich auch angreifen können. Einige Verbraucher reagieren allergisch, denn das Pulver verteilt sich beim Einarbeiten nicht nur auf dem Teppich, sondern auch in der Luft und wird eingeatmet. Ein weiterer Nachteil, der in TV-Spots nicht gezeigt wird, ist, dass die Arbeitsfläche rundherum mit dem Pulver benetzt wird. Auf einem Parkett- oder Laminatboden kann das unangenehme Folgen haben, denn das Pulver ist nicht absolut trocken, sondern leicht feucht und auch die Entfernung kann problematisch sein. Hinzu kommt die Feinstaubentwicklung, die das Pulver weit über den zu behandelnden Teppich verteilt.

Hier muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen, wir tendieren für lose Teppiche dann doch eher zum Teppichschaum.