Unvergänglich schöne Charakterstücke: Massivholzmöbel fürs Leben

Unvergänglich schöne Charakterstücke: Massivholzmöbel fürs Leben

Massivholzmöbel stellen Wertigkeit, Beständigkeit, Natürlichkeit dar, sie sind nahezu unkaputtbar und bleiben über Jahrhunderte hinweg schön, wenn sie richtig gelagert werden und ihnen die richtige Pflege zukommt. Daher haben echte Antiquitäten aus Massivholz auch ihren stolzen Preis und jeder, der ein solches Schätzchen sein Eigen nennt, weiß um den einzigartigen Charme, den das Möbelstück ausstrahlt. Es kann Geschichten erzählen und noch immer weiter neue Geschichten miterleben.

Doch muss Mann oder Frau kein Antiquitätensammler sein, um sich mit einmaligen Massivholzmöbeln zu umgeben, denn der Möbelmarkt setzt wieder verstärkt auf Vollholzmöbel, wobei sich die Holzvielfalt in den letzten Jahrzehnten deutlich erweitert hat. Neben den heimischen Hölzern werden auch exotische Hölzer für die Möbelherstellung verwendet. Einen neuen Boom erleben Massivholzmöbel aus Eiche und zwar in ihrer hellsten und sehr urbanen Form.

Welche Möbel als Massivholzmöbel bezeichnet werden

Die DIN Norm legt die Definition für Massivholzmöbel genau fest. Alle Teile des Möbelstücks müssen aus der angegebenen Holzart und zwar aus dem vollen Holz gefertigt und verleimt sein. Ausgenommen davon sind Schubladenböden, Schubladenzargen und Rückwände. Möbelteile werden meist aus abgelagerten und gut getrockneten Rohbohlen gesägt, anschließend erfolgt die Verleimung der Teile. Ein wesentliches Merkmal sind auch die speziellen Verbindungen wie Zapfen, Zinken und Schlitze, so wie auch in früherer Zeit ein Massivholzmöbel gefertigt wurde. Das garantiert, dass die Massivholzmöbel ein Leben lang in Form bleiben und einer starken Beanspruchung Stand halten.

Beliebte Holzsorten aus Europa für Massivholzmöbel

Wussten Sie, dass sich auf der Erde nahezu 40.000 Baumarten finden? Und wie viele kennen Sie davon? Nun, wenn wir so aus dem Stegreif aufzählen sollten und uns dabei auf unsere heimischen Laub- und Nadelhölzer konzentrieren, die auch für Massivholzmöbel verwendet werden, dann kommen wir auf diese hier: Eiche, Buche, Erle, Ahorn, Nussbaum, Kirsche, Birne, Kiefer, Fichte, Kastanie, gerade mal 10 von 40.000.

Schauen wir uns die beliebten Bäume unserer Breiten, aus denen Massivholzmöbel meist gefertigt sind, einmal genauer an:

Birne

Birnbaumholz variiert je nach Kern- oder Splintholz in den Farbnuancen gelblich-weiß, grau bis rötlichbraun, wobei es unter Lichteinstrahlung nachdunkelt. Birnbaumholz zählt zu den wertvollsten und teuersten Hölzern, was sich auch am Preis für Massivholzmöbel dieser Art zeigt. Die warme und sehr spezielle Ausstrahlung des Holzes begeistert Individualisten, die sich das Besondere wünschen.

Buche

Buchenholz hat einen sehr eigenen und warmen Farbton, fast schon karamellartig. Der Holzexperte deutet die Farbe als Hellgrau mit rötlicher oder blassgelber Färbung. Buchenholz hat einen sehr eleganten Touch, die Oberfläche wirkt weich und glatt, was auch durch die feinporige Struktur kommt.

Eiche

Das bekannteste und beständigste Möbelholz ist das der Eiche. Eichenholz zeichnet sich durch die hohe Festigkeit aus, welche für Massivholzmöbel, die stark beansprucht werden, von größter Bedeutung ist. Die Holzfarbe von frisch geschnittenem Holz zeigt sich von graugelb bis hellbraun, wobei Eiche im Gebrauch weiter nachdunkelt. Aufgrund der Maserung und Struktur ist Eichenholz zudem sehr dekorativ.

Fichte

Unter den europäischen Holzarten weist die Fichte nahezu das hellste Holz auf. Das Holz kann jedoch im Laufe der Zeit noch nachdunkeln. Im Möbelbau ist Fichtenholz verbreitet, wenn es um leichte und auch preiswerte Massivholzmöbel geht.

Kirsche

Feinporig, zart rosafarben, gleichmäßig und mit seidigem Glanz strahlt das Holz des Kirschbaumes. Es wird für hochwertige Stilmöbel verwendet und setzt mit seinem deutlichen Rotton wirkungsvolle Akzente.

Nussbaum

Nussbaumholz dient zur Herstellung von hochwertigen Möbeln und ist auch ein gefragtes Furnierholz. Das Kernholz hat eine graue bis dunkelbraune Farbe, es sind leichte Streifen oder auch wolkenartige Strukturen zu erkennen. Mit der leicht rötlichen Färbung ähnelt Nussbaum Kastanie und Kirsche, allerdings wirkt Nussbaum weitaus lockerer und ist damit auch für die moderne Einrichtung wunderbar geeignet.

Massivholzmöbel und ihre lebendige natürliche Ader

Holz lebt, es atmet und arbeitet. Daher wird es auch mit der Zeit immer schöner. Das macht den besonderen Charakter von Massivholzmöbeln aus. So dunkelt das Holz im Laufe der Zeit nach und es entsteht eine reizvolle Patina.

Holz hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen und sie wieder an die Umgebungsluft abzugeben. Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Raum bestimmen die „Bewegungen“ des Holzes maßgeblich. Massivholzmöbel brauchen ein ausgeglichenes Wohnraumklima, damit sich das Holz richtig entfalten und „atmen“ kann.

Dazu gehört eine trockene und wohltemperierte Umgebung. Als ideale Raumtemperatur für Massivholzmöbel werden 20 Grad Celsius angegeben, wobei auch Werte zwischen 18 und 23 Grad völlig in Ordnung sind. Wer sich neue Möbel kauft, der sollte die Temperatur im Raum langsam von kühl auf wärmer anpassen, damit sich das Holz prima akklimatisieren kann. Zu starke Temperaturschwankungen mag Holz nämlich nicht. Generell sollten Sie die Räume, in denen Massivholzmöbel ihren Platz finden, immer schrittweise erwärmen oder abkühlen.

Die Luftfeuchtigkeit im Raum ist ein weiteres Kriterium, das bei Massivholzmöbeln zu beachten ist. Sowohl zu trockene Luft als auch zu feuchte Luft hat negative Auswirkungen und das nicht nur auf das Holz. Bei einer sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit spannt das Holz und es können sich Risse bilden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit einer hohen Raumtemperatur ist für Massivholzmöbel eine wahre Zumutung. Das Holz quillt auf und Teile können sich verziehen. Dann klemmen beispielsweise Türen und Schubladen oder das Möbelstück wirkt in seiner Gesamtheit nicht mehr symmetrisch. Kalte, feuchte Luft, wie sie mitunter in Kellerräumen herrscht, ist ebenfalls großes Gift für Massivholzmöbel. Einerseits verziehen sie sich, andererseits bildet sich ein unangenehmer Schimmel, der das Möbelstück in der Regel unbrauchbar macht, da es mit Sporen kontaminiert ist. Lagern Sie daher nicht benötigte Massivholzmöbel niemals in feucht-kalten oder feucht-warmen Räumen, da sie sonst Schaden nehmen.

Die optimale Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 50 und 60 Prozent. Mit einem Hygrometer, das auch in einer Wanduhr integriert sein kann, können Sie die Luftfeuchtigkeit und die Zimmertemperatur stets überwachen.

Wenn die Luftfeuchte ansteigt, helfen Lüften und Heizen, aber alles in Maßen und mit Bedacht. Eine zu niedrige Luftfeuchte können Sie ebenfalls durch einen Luftaustausch sowie durch das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Behältern im Raum erhöhen.

Wie Massivholzmöbel zum gesunden Wohlfühlklima beitragen
Das lebendige Holz hat je nach Holzsorte seinen ureigenen Duft, den es auch an die Raumluft abgibt. So erhalten Sie einen Raumerfrischer, der Sie keinen Cent extra kostet und der Sie an Natur, Wald und Erde erinnert und damit auch die eigenen Wurzeln emotional anspricht. Denn so wie der Baum in der Erde festverwurzelt ist, so ist es der Mensch in seinem Zuhause, das er sich liebevoll und behaglich einrichtet.

Holz sorgt für ein angenehmes Wohnraumklima, da es feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften hat (wenn die äußeren Parameter wie Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen). Die offenporige Oberfläche der Massivholzmöbel fördert eine antibakterielle Wirkung, da sie die Staubbildung eingrenzt.

Für jeden Wohnstil die passenden Massivholzmöbel

Die Einrichtungsstile, die sich durch Massivholzmöbel wunderbar realisieren lassen, zeigen sich vielfältig. Der Country- oder Landhausstil wird mit hellen Holzsorten wie Kiefer, Fichte, Erle oder Ahorn umgesetzt, für den modernen puristischen Loft- und Industrial-Style eignen sich helle Eiche, Birnbaum, aber auch Esche ist ein Favorit. Buchenholz versprüht weiche samtige Eleganz und bietet sich für einen Wohnstil an, der moderne Klassik wiederspiegelt.

Dunkle Massivholzmöbel verkörpern die exotische, meist südliche, Lebensart und den damit verbundenen Wohnstil. Ob Sie sich für eine asiatisch angehauchte Einrichtung, den afrikanischen Kolonialstil oder aber römische Stilvorbilder interessieren, die passenden Massivholzmöbel im einzigartigen Design können Sie im Handel finden. In südliche, exotische Gefilde entführen optisch die Holzarten Mahagoni, Kirschbaum, Wenge oder Kastanie, deren Holz von Natur aus dunkler ist und durch entsprechende Behandlung wie Beizen oder farbige Öle einen deutlich intensiveren Farbton erhält. Aber auch gebeizte Massivholzmöbel aus Kiefer kommen in Frage. Der beliebte Vintage-Stil lebt durch dunkle Massivholzmöbel, z.B. aus Nussbaum, wieder auf. Moderne klare Formen setzen dabei einen wunderbaren Kontrast.

Die Rückkehr der Eichenmöbel: Heute hell

Fast drei Jahrzehnte gab es für den Haus- und Wohnungsbesitzer ein faszinierendes Zauberwort, dem wir heute jedoch auch im nostalgischen Rückblick recht wenig abgewinnen können: Eiche rustikal. Massivholmöbel in dunklem Eichenholz durften in Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer bewundert werden und auch Decken und Wände wurden gerne mit Eiche rustikal vertäfelt. Raus damit heißt es dann als Erstes, wenn Renovierungen und Sanierungen oder Haushaltsauflösungen anstehen. Abgesehen vom Design, das weder antik noch in irgendeiner Weise zeitlos ist, sondern einfach nur out.

Aber Eichenmöbel sind längst nicht vom Markt verschwunden, das wäre auch zu schade, denn das robuste Holz, das wirklich lebenslänglich hält, ist nun einmal in Sachen Massivholzmöbel von hoher Beständigkeit. Die Moderne hat die Eiche für sich neu entdeckt und zwar für den Industrial Stil oder den skandinavischen Einrichtungsstil oder aber eine puristisch moderne Einrichtung. Mit dem Landhausstil der rustikalen dunklen Eiche haben diese sehr hellen Massivholzmöbel freilich nichts mehr zu tun, sie präsentieren sich geradlinig, kantig, fast schon geometrisch grafisch, ohne Schnörkel und Schnickschnack, dafür aber mit einer beeindruckend klaren Ausstrahlung. Das grau-weiß bis sehr hellbraune Holz harmoniert zu kräftigen und gedeckten Farben der Inneneinrichtung ebenso wunderbar wie zu Metalltönen, Weiß und Schwarz. Urbane Lässigkeit und mondänes Ambiente lassen sich durch Massivholzmöbel wunderbar in Szene setzen. Mit Glas oder Metall kombiniert entsteht zudem eine elegante Leichtigkeit.

Massivholzmöbel hegen und pflegen – Tipps

Massivholzmöbel aus den verschiedensten Holzarten können nahezu ein Leben lang halten, wenn sie denn richtig gepflegt und gelagert werden. Lackiertes Holz besitzt eine glatte Oberfläche, die sich mit einem feuchten Tuch leicht abwaschen lässt. Es bedarf in der Regel keiner Reinigungsmittel, von Allzweckreinigern sollten Sie unbedingt absehen, wenn überhaupt, verwenden Sie spezielle Holzreiniger.

Damit die Poren des Holzes dauerhaft sauber bleiben, ist es angeraten, geölte, gelaugte und gewachste Massivholzmöbel regelmäßig mit einem antistatischen Staubtuch abzuwischen oder mit einer ultraweichen Bürste abzureiben. Die trockene Entfernung von Staub und Schmutz reicht bei diesen feuchtigkeitsempfindlichen Oberflächen aus, durch die Nachbehandlung mit den geeigneten Pflegemitteln erfolgt eine intensive Reinigung automatisch, gleichzeitig wird eine neue Schutzschicht gegen Feuchtigkeit gebildet.

Um die Oberflächen dauerhaft schön zu erhalten, kommt Holzpolitur oder die regelmäßige Behandlung mit Holzöl oder Wachs zur Anwendung. Dadurch frischen Sie die Oberfläche wieder auf und erneuern den Schutz gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung. Tragen Sie dabei nie zu viel auf, sonst verstopfen die Poren und die Oberfläche wird klebrig. Im Zweifel lassen Sie sich im Fachhandel zu den passenden Pflegemitteln für Ihre Massivholzmöbel beraten, denn es muss das richtige Produkt für die jeweilige Oberfläche sein, sonst können Sie Schaden anrichten.

Kratzer, Fehlstellen, kleine Beschädigungen können auf verschiedene Art und Weise ausgebessert werden. Es finden sich spezielle Holzstifte und Pasten in der entsprechenden Holzfarbe. Mitunter reicht es auch, die beschädigte Stelle mit Schleifpapier abzureiben und danach das Möbelstück mit Politur, Wachs oder Öl nachzubehandeln.

Flecken auf Holztischen oder stark beanspruchten Holzmöbeln sollten immer direkt nach der Entstehung mit einer Mischung aus Neutralseife und Wasser beseitigt werden, ansonsten hilft meist nur das Abschleifen der fleckigen Stelle (Achtung: Immer in Holzrichtung schleifen).